Gäste- und Übernachtungszahlen Frankfurt am Main 2020

Pandemie bricht Frankfurts Rekordserie

Innenansicht eines Hotels in Frankfurt am Main
Innenansicht eines Hotels in Frankfurt am Main - © #visitfrankfurt, Foto: Holger Ullmann

In den letzten zehn Jahren konnte der Tourismusstandort Frankfurt am Main Rekord um Rekord verbuchen: Mehr Gäste und mehr Übernachtungen aus der ganzen Welt bescherten der Mainmetropole goldene Zeiten. Die Corona-Pandemie hat diese Serie nun beendet. Die Ergebnisse des vergangenen Jahres waren leider absehbar und sind damit keine Überraschung. Schmerzlich sind sie dennoch. Für das Jahr 2020 wurden 4.085.447 Übernachtungen (– 62,1 %) und 2.162.595 Übernachtungsgäste (– 65,1 %) in Frankfurt am Main registriert.

Nach einem guten Start ins Jahr in den ersten beiden Monaten, brachen die Zahlen durch Lockdowns, Grenzschließungen und massive Reisebeschränkungen ein. Im Binnenmarkt sanken die Zahlen auf 1,5 Mio. Gäste (– 59,9 %) und knapp 2,7 Mio. Übernachtungen (– 56,0 %). Die Gäste- und Übernachtungszahlen aus den ausländischen Quellmärkten sanken erwartungsgemäß noch viel dramatischer: Bei den 1,4 Mio. ausländischen Übernachtungen musste ein Minus von 70,0 % verzeichnet werden. Die Zahl der ausländischen Gäste sank auf knapp 700.000 (– 72,6 %). Auch die Gästeanteile verschoben sich coronabedingt. Der Anteil deutscher Gäste stieg von 58,9 % im Jahr 2019 auf 67,7 % 2020, was ebenfalls auf die weltweiten Corona-Maßnahmen zurückzuführen ist.

Mit 822.253 Übernachtungen (– 62,4 %) wurden auch allein aus dem europäischen Markt hohe Verluste erfasst, wenn auch nicht ganz so hoch wie die Verluste aus Übersee. Großbritannien (100.591 Übernachtungen, – 70,3 %) bleibt trotz Pandemie der führende Quellmarkt aus Europa. Weitere wichtige europäische Märkte wie Spanien (59.690 Übernachtungen, – 73,7 %), Italien (79.073 Übernachtungen, – 62,0 %) und Frankreich (60.591 Übernachtungen, – 61,6 %) verloren in gleichem Maße.

Bei den insgesamt 570.645 Übernachtungen (– 76,5 %) aus Übersee, stellten die USA mit 174.583 Übernachtungen (– 75,4 %) weiterhin das größte Gästekontingent. Anders als in der Vergangenheit, aber nicht gefolgt von China, das durch die Pandemie in besonderem Maße betroffen war, sondern von zwei europäischen Quellmärkten: Großbritannien mit 100.591 Übernachtungen (– 70,3 %) und Italien (79.073 Übernachtungen, – 62,0 %). Vergleicht man nur die Übersee-Märkte, hält China (66.664, – 80,0 %) den zweiten Platz, gefolgt von Indien und Japan.

Das Frankfurter Beherbergungsgewerbe leide wie allerorts sehr stark unter der Corona-Pandemie und deren Folgen, bedauert Thomas Feda, Geschäftsführer der Tourismus+Congress GmbH Frankfurt am Main. Viele Hotelbetriebe seien temporär oder langfristig aufgrund des Beherbergungsverbotes für Privatreisende und der anhaltenden weltweiten Reisebeschränkungen geschlossen. „Die Auswirkungen der Pandemie auf die Vielfalt des Hotelangebotes in Frankfurt am Main sind zum derzeitigen Zeitpunkt noch nicht absehbar“, so Feda.

Bei Fertigstellung der statistischen Auswertung für das Jahr 2020 ergaben sich die folgenden Werte: Das bislang stark wachsende Bettenangebot sank von 59.781 Betten auf 42.178 Betten in 244 Betrieben (– 87 im Vergleich zum Vorjahr). Eingeschlossen sind hierbei sowohl dauerhafte als auch temporäre Hotelschließungen. Wie sich die Zahl der Betriebe und das Bettenangebot weiterentwickeln, hängt stark vom weiteren Verlauf der Corona-Pandemie im Jahr 2021 ab. Auch die Bettenauslastung ist erwartungsgemäß stark gesunken und liegt nun bei 26,5 %.

Positiv hat sich hingegen die Verweildauer entwickelt, die von 1,74 Tage auf 1,89 Tage stieg. Vermutlich schlagen hier vermehrt beruflich motivierte Langzeitaufenthalte zu Buche und Konsequenzen aus Einschränkungen der Reisemöglichkeiten und Flugverbindungen.

Thomas Feda richtet dennoch den Blick nach vorne: Noch für das laufende Jahr sei mit einer schrittweisen Wiederbelebung der touristischen Nachfrage zu rechnen – ein Hoffnungsschimmer in schwierigen Zeiten.

Die vollständigen Gäste- und Übernachtungszahlen 2020 für Frankfurt am Main finden Sie hier.